Der Kunde schickt einen Google Meet-Link. Der Partner will Zoom nutzen. Intern läuft alles über Microsoft Teams. Und der Konferenzraum? Der kann – wenn er schlecht konfiguriert ist – nur Teams.
Diese Situation ist in vielen Unternehmen Alltag. Und sie kostet Zeit, Nerven und manchmal auch Professionalität gegenüber Kunden, die auf einen Meeting-Beginn warten, während im Raum hektisch ein Laptop aufgeklappt wird.
Die Realität in Unternehmen: mehrere Plattformen, ein Raum
Die Vorstellung, dass ein Unternehmen genau eine Videokonferenzplattform nutzt, ist schön – aber selten Realität. Selbst in reinen Microsoft-Umgebungen gibt es Kunden, Lieferanten und Partner, die andere Systeme nutzen. Und wer in einer Branche tätig ist, in der Google Workspace oder Zoom stark verbreitet sind, kommt an Multi-Plattform-Szenarien nicht vorbei.
Das Problem: Klassische Teams Rooms-Setups sind standardmäßig auf Teams-Meetings ausgelegt. Alles andere erforderte bis vor Kurzem entweder einen eigenen Laptop im Raum oder eine mühsame Workaround-Lösung.
Was sich geändert hat: Direct Guest Join
Microsoft hat mit dem sogenannten Direct Guest Join eine elegante Lösung eingebaut. Teams Rooms-Geräte können damit direkt an Zoom- und Google Meet-Meetings teilnehmen – ohne zusätzlichen Laptop, ohne Kabelchaos, mit der vollen Raum-Hardware (Kamera, Mikrofon, Display).
Seit Anfang 2026 ist auch der direkte Google Meet-Beitritt aus Teams Rooms heraus verfügbar. Das war lange ein blinder Fleck – jetzt ist er geschlossen.
Was das in der Praxis bedeutet: Der Moderator im Raum wählt auf dem Touch-Controller einfach den Meeting-Link aus, egal ob Teams, Zoom oder Google Meet – und der Raum verbindet sich. Für alle Beteiligten sieht es aus wie ein normales Meeting.
Warum Teams Rooms ohne Konfiguration hier trotzdem versagt
Direct Guest Join klingt nach Plug-and-play. Ist es aber nicht ganz. Damit es funktioniert, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:
- Das Feature muss vom IT-Admin aktiviert sein – es ist nicht standardmäßig eingeschaltet
- Die Teams Rooms-Firmware muss aktuell sein
- Für Zoom und Google Meet müssen die entsprechenden Dienste im Netzwerk zugelassen sein (Firewall-Regeln)
- Das Gerät selbst muss Direct Guest Join unterstützen – nicht alle älteren Modelle tun das
In der Praxis scheitert es oft an einem dieser Punkte. Meistens an der Netzwerkkonfiguration oder daran, dass das Feature schlicht nicht aktiviert wurde, weil niemand wusste, dass es existiert.
Was gute AV-Planung heute leisten muss
Ein Konferenzraum, der 2026 professionellen Anforderungen genügt, muss mehr können als Teams-Meetings ermöglichen. Gute AV-Planung denkt heute folgende Szenarien durch:
- Multi-Plattform-Fähigkeit: Zoom, Google Meet und Teams – alle aus derselben Raum-Hardware heraus nutzbar
- Hybride Gleichwertigkeit: Remote-Teilnehmer sollen dieselbe Qualität erleben wie Personen im Raum – Kamera-Tracking, Raumton, klare Sprecheridentifikation
- Einfache Bedienung: Der Raum muss ohne IT-Kenntnisse bedienbar sein. Je mehr Schritte nötig sind, desto mehr geht schief
- Zentrales Management: IT sollte sehen können, ob ein Raum funktioniert – bevor das Meeting beginnt, nicht danach
Fazit: Der Raum muss zur Arbeitsrealität passen
Ein Konferenzraum, der nur mit einer Plattform funktioniert, ist in einer Welt mit mehreren Videokonferenz-Standards ein Risiko. Nicht im technischen Sinne – sondern im Sinne von verschwendeter Zeit und peinlichen Meeting-Starts.
Die Lösung ist vorhanden. Sie muss nur richtig konfiguriert und an die Hardware angepasst sein. Das ist keine Hexerei – aber es braucht jemanden, der weiß, was zu tun ist.
Du willst wissen, ob eure Räume fit für Multi-Plattform-Meetings sind? Ich schaue mir das gerne mit dir gemeinsam an.
