Ein Nachtwächter, der wieder auf Wache geht
Am Berliner Alexanderplatz soll bald jemand stehen, der es eigentlich seit hundert Jahren nicht mehr gibt: ein Nachtwächter. Sein Name ist Otto, und er ist kein Schauspieler, kein Reenactor, sondern ein KI-Avatar – entwickelt beim Hauptcast Studio Berlin (HSB) in Zusammenarbeit mit SKILLY.
Otto ist unser erstes konkretes Pilotprojekt, um zu zeigen, was KI-Avatare heute schon leisten können, wenn man sie sauber aufbaut: nicht als Spielerei, sondern als Werkzeug, das Besucherinnen und Besuchern an einem historischen Ort echtes Wissen vermittelt – live, interaktiv und ohne dass ständig Personal vor Ort sein muss.
Warum ausgerechnet ein KI-Avatar?
Beim HSB beschäftigen wir uns seit Längerem mit der Frage, wie sich Content-Produktion und Besuchererlebnisse durch KI skalieren lassen, ohne an Qualität zu verlieren. Ein klassischer Museumsguide, ein Audioguide oder eine Infotafel kann nur begrenzt auf individuelle Fragen eingehen. Ein interaktiver KI-Avatar dagegen kann in Echtzeit auf das reagieren, was Besucher tatsächlich wissen wollen.
Otto ist dabei bewusst als fiktive Figur angelegt – ein Nachtwächter der 1920er-Jahre, der die Geschichte des Alexanderplatzes über die Jahrzehnte hinweg kennt und erzählt. Das hat einen praktischen Vorteil: Als fiktiver Charakter gibt es keine Persönlichkeitsrechte, keine Diskussionen mit Erben oder Institutionen, und wir haben volle kreative Kontrolle über Auftreten, Stimme und Wissen der Figur.
Wie Otto technisch funktioniert
Otto basiert auf HeyGen LiveAvatar, ergänzt um eine eigene Wissensbasis zur Geschichte des Alexanderplatzes. Die Sprachausgabe läuft über eine dedizierte Stimme, damit Otto über verschiedene Formate hinweg konsistent klingt.
Damit Otto tatsächlich hilfreich ist und nicht nur ein hübsches Gesicht, arbeiten wir mit einer klar definierten Wissensbasis: Otto kennt die Geschichte des Platzes von seiner Entstehung bis heute – vom alten Marktplatz über die Bebauung der 1920er- und 1930er-Jahre bis zu Wahrzeichen wie dem Fernsehturm. Eine bewusste Ausnahme bildet die Zeit des Nationalsozialismus, die wir aus Otto explizit ausklammern – ein Thema, das eine andere Art von Aufarbeitung braucht als ein KI-Avatar-Showcase.
Als Standort für die spätere Installation ist eine interaktive Stele geplant, umgesetzt mit unserem Hardware-Partner wende.interaktiv – direkt am Alexanderplatz, dort, wo Otto seine Geschichten erzählt.
Erste Live-Tests: Otto im echten Dialog
Wir haben Otto bereits in ersten Live-Demos getestet – echte, ungeskriptete Fragen, echte Antworten in Echtzeit. Die Reaktionen reichten von der Entstehungsgeschichte des Alexanderplatzes bis zu ganz konkreten Nachfragen zum Fernsehturm. Genau das ist der Punkt: Otto soll kein vorproduziertes Video sein, das man einmal ansieht und dann kennt, sondern ein Gesprächspartner, der auf das eingeht, was Menschen wirklich interessiert.
Parallel dazu entstehen auch vorproduzierte Video-Formate mit Otto – etwa cinematische Kurzvideos, die ihn bei seiner nächtlichen Runde über den Platz zeigen. Diese dienen als Showcase für Social Media und als visueller Vorgeschmack auf das, was Besucher später live erleben können.
Was das für HSB und SKILLY bedeutet
Otto ist für uns mehr als ein einzelnes Projekt. Er ist der Beweis, dass sich unser Ansatz – volle Content-Produktion aus einer Hand, von der Konzeption über die technische Umsetzung bis zur Distribution – auch auf komplexe, interaktive KI-Formate übertragen lässt.
Beim HSB verstehen wir uns nicht als Tool-Anbieter, sondern als Produktionspartner: Kunden aus Museen, Hotellerie oder anderen publikumsnahen Branchen sollen sich nicht mit der Technik hinter KI-Avataren beschäftigen müssen. Sie sollen ein fertiges, funktionierendes Erlebnis bekommen. Otto ist dafür unser erster vollständiger Beweis.
Wie es weitergeht
Otto befindet sich weiterhin in aktiver Entwicklung – wir verfeinern seine Wissensbasis, testen neue Fragen und Szenarien und arbeiten an der finalen Integration in die Stele am Alexanderplatz. Über den Fortschritt und den geplanten Live-Start halten wir hier und auf unseren Social-Media-Kanälen auf dem Laufenden.
Wer selbst über den Einsatz eines KI-Avatars für sein Museum, Hotel oder öffentliches Projekt nachdenkt: Otto zeigt, wie ein solches Projekt heute schon aussehen kann – historisch fundiert, technisch durchdacht und live einsatzbereit.
Hauptcast Studio Berlin (HSB) ist HeyGen Silver Partner und entwickelt KI-gestützte Avatar- und Content-Lösungen für Museen, Hotellerie und weitere publikumsnahe Branchen. Das Otto-Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit SKILLY.
