KI-Halbjahresfazit: Mein ehrliches Fazit nach einem halben Jahr KI-Alltag
Halbzeit 2026. In meinem KI-Halbjahresfazit ziehe ich heute Bilanz – nicht als Berater, nicht als SKILLY-Co-Gründer, sondern als Mensch der seit Monaten täglich mit KI arbeitet, experimentiert, scheitert und lernt. Vier Erkenntnisse die mich wirklich beschäftigen. Nicht alle sind bequem.
KI-Halbjahresfazit: Die Folge auf YouTube
Die Geschwindigkeit macht mir Freude und Angst
Ich bin seit über 35 Jahren in der IT. Aber so schnell wie sich KI gerade entwickelt, habe ich noch nie etwas erlebt. Scout, Google I/O, neue Microsoft-Modelle, Fable 5 das kurz da war und wieder verschwand – das alles in wenigen Monaten.
Die Freude: Ich darf dabei sein. Ich teste Dinge die vor einem Jahr noch Science Fiction waren. Das ist faszinierend. Die Angst: Ich habe manchmal das Gefühl ich kann nicht mehr mithalten. Kaum einen Artikel fertig gelesen, schon wird das nächste große Ding angekündigt.
Und wenn ich das schon so empfinde – als jemand der täglich damit arbeitet – wie fühlt sich das dann für einen Geschäftsführer an der nebenbei noch ein Unternehmen führen muss? Diese Frage lässt mich nicht los.
KI ist in meinem Alltag nicht mehr wegzudenken
Das klingt nach einer Floskel. Ist es aber nicht – weil ich das vor einem Jahr noch nicht so gesagt hätte. Heute fange ich jeden Morgen mit KI an. Posteingang, E-Mails, Kundenvorbereitung, Blog-Artikel, Skripte, LinkedIn-Posts – immer mit KI als Partner.
Was sich dabei verändert hat ist nicht nur die Produktivität. Ich denke anders. Ich fange schneller an. Ich überwinde den leeren Bildschirm nicht mehr alleine. Ich habe einen Sparringspartner der immer verfügbar ist und nie schlechte Laune hat.
Ich würde heute nicht mehr ohne arbeiten wollen. Das ist meine ehrliche Antwort.
Wir leben in einer Bubble – und das darf ich nicht vergessen
Das ist meine unbequemste Erkenntnis im KI-Halbjahresfazit: Wer sich täglich in KI-Kreisen bewegt lebt in einer Bubble. Konferenzen, LinkedIn, Podcasts – überall dasselbe Bild. Alle finden KI toll, alle experimentieren, alle sind begeistert.
Dann fahre ich zu einem Kunden. Einem mittelständischen Unternehmen. Und merke: Hier ist KI ein Angst-Thema. Mitarbeiter befürchten ihren Job zu verlieren. Die Geschäftsführung weiß nicht wo sie anfangen soll. Der IT-Leiter hat KI verboten weil er die Datenschutzfragen nicht beantworten kann.
Das ist die Realität in vielen deutschen Mittelstandsunternehmen. Nicht die Bubble in der ich mich bewege. Diese Erkenntnis treibt mich an – weil ich glaube dass wir als KI-Community eine Verantwortung haben die Brücke zu bauen. Genau dafür gibt es SKILLY.
Ich bin kein Entwickler – und arbeite trotzdem mit GitHub, Make und Foundry
Das überrascht mich selbst am meisten in diesem KI-Halbjahresfazit. Ich bin kein Entwickler. Vor einem Jahr war GitHub ein Fremdwort für mich. Make kannte ich vom Namen. Microsoft Foundry klang nach etwas für IT-Spezialisten.
Heute laufen meine ersten Scout-Agenten über GitHub. Ich habe Automatisierungen in Make gebaut. Ich habe Modelle in Microsoft Foundry deployed. Was hat sich verändert? KI hat die Einstiegshürde dramatisch gesenkt. Ich beschreibe was ich will – und KI hilft mir es umzusetzen. Schritt für Schritt, ohne mich zu verurteilen wenn ich etwas nicht weiß.
Und das ist die wichtigste Botschaft daraus: Wenn das für mich gilt, gilt es auch für die Mitarbeiter in euren Unternehmen. Die Grenzen zwischen „Entwickler“ und „Anwender“ verschwimmen gerade – schneller als die meisten denken.
Was jetzt kommt
Nach der Sommerpause geht KI vor 9 weiter. Neue Themen, neue Formate, noch mehr Praxis aus dem echten Mittelstand-Alltag.
Und falls ihr die Sommerpause nutzen wollt um Klarheit zu bekommen was im Herbst bei KI ansteht – das ist genau der richtige Moment. Den ausführlichen Artikel mit allen Details findet ihr auf skilly.solutions. Wer direkt sprechen will: findet mich auf LinkedIn.
Michael Reischer ist Mitgründer von SKILLY und berät Mittelstandsunternehmen bei der strukturierten KI-Einführung. KI vor 9 erscheint jeden Dienstag um 08:30 Uhr. Auf LinkedIn folgen →
